Natasha A. Kelly / 02.06.20, 18h

Natasha A. Kelly / 02.06.20, 18h

1. Juni 2020 Aus Von coraci

Webinar / „Corona-Krise“ intersektional denken?

Programm

Intersektionalität gewinnt in feministischen Kontexten zunehmend an Beliebtheit, wird aber stets von seinem Entstehungskontext abgekoppelt: Der Ansatz hat seinen Ursprung im Schwarzen Feminismus und wie die Geschichte des Schwarzen Feminismus zeigt, war Intersektionalität ein politisches Projekt bevor es 1989 von der Schwarzen US-amerikanischen Juristin Kimberlé Crenshaw in die Wissenschaft eingeschrieben wurde. Die politische Kraft, die der Intersektionalitätstheorie zugrunde liegt, besteht darin, komplexe Formen der Diskriminierung in ihrer Verwobenheit wahrzunehmen und zu thematisieren und Menschen in ihrer Vielfalt und ihren politischen Kämpfen sichtbar zu machen. Inwieweit eine intersektionale Perspektive notwendig ist, um kollektiv über die „Corona-Krise“ nachzudenken, wird in diesem Vortrag aufgezeigt.

Biographie

Natasha A. Kelly begann ihre akademische Karriere mit einem Studium der Kommunikationswissenschaft, Soziologie und englischer Philologie an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster. Ihre Magistraarbeit „Afroism. Zur Situation einer ethnischen Minderheit in Deutschland“ 2007 erschien als Print on Demand im vdm Verlag. Mittlerweile ist die promovierte Kommunikationssoziologin Autorin und Herausgeberin von fünf Büchern.

Mit ihrer preisgekrönten und international gereisten Dokumentation „Millis Erwachen“ feierte sie ihr Filmdebüt auf der 10. Berlin Biennale 2018. Es folgten Filminstallationen u.a. am Museum für Moderne Kunst Frankfurt (MMK) und in der Galerie für Gegenwartskunst Freiburg, sowie Screenings am Kirchner Museum Davos und in der Bundeskunsthalle Bonn.

Als Herausgeberin von „Schwarzer Feminismus“ (2019) leitete sie ein Team von Übersetzerinnen [engl./dt.] und veröffentlichte renommierte Grundlagentexte von 1851 bis heute. Ihr Regiedebüt beging sie mit der internationalen Aufführung ihrer Dissertationsschrift „Afrokultur. Der Raum zwischen gestern und morgen“ (2016) in drei Ländern und drei Sprachen (Brasilien 2019 [portug.], USA 2020 [engl.], Deutschland voraussichtlich 2020/21 am Düsseldorfer Schauspielhaus). Derzeit bereitet sie die Installation ihres Filmes „Millis Erwachen“ mit Begleitprogramm für die neue Dauerausstellung der Kunsthalle Bremen vor.

Sie ist Gründungsmitglied des Black European Academic Networks (BEAN), eine transeuropäische Plattform, die sich dem Austausch Schwarzer Wissenschaftler_innen, Doktorand_innen und Masterstudent_innen verschrieben hat.