{"id":1327,"date":"2020-07-26T19:19:49","date_gmt":"2020-07-26T17:19:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.coraci-festival.de\/?p=1327"},"modified":"2023-03-20T18:03:09","modified_gmt":"2023-03-20T17:03:09","slug":"anti-schwarzer-rassismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coraci-festival.de\/index.php\/2020\/07\/26\/anti-schwarzer-rassismus\/","title":{"rendered":"Anti &#8211; Schwarzer Rassismus"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Video, das von einer durch die Situation traumatisierten Schwarzen jungen Frau am 25.Mai 2020 in Minneapolis gefilmt wurde, zeigt einen Schwarzen Mann, dessen Nacken von dem Knie eines US-amerikanischen <em>wei\u00dfen <\/em>Polizisten auf die Stra\u00dfe gedr\u00fcckt wird. Polizeigewalt ist kein Einzelfall, immer wieder werden People of Color, \u00fcberproportional Schwarze Menschen, Opfer rassistisch motivierter Taten. Die brutale Ermordung George Floyds hat gro\u00dfe Demonstrationen veranlasst, die darauf aufmerksam machen, dass Rassismus in gesellschaftlichen Strukturen, wie bei der ausf\u00fchrenden Gewalt der Polizei, verankert ist. Wer mit dem Zeigefinger auf die USA zeigt, hat die Situation in Deutschland auch einzubeziehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir sind rassistisch sozialisiert worden. Wie bereits viele Generationen vor uns. Es ist nicht leicht, diese soziale Brille abzunehmen und eine rassismuskritische Sichtweise zu entwickeln. Aber: Es ist nicht unm\u00f6glich,\u201c meint Antirassismustrainerin Tupoka Ogette. Wer nicht ihre*seine <em>wei\u00dfen <\/em>Privilegien reflektiert, erh\u00e4lt ein rassistisches System aufrecht und deshalb ist es so wichtig, sich nicht nur anti-rassistisch zu zeigen, sondern anzuerkennen, dass wir uns f\u00fcr einen rassismuskritischen Anti-Rassismus stark machen m\u00fcssen, in dem sich in eine fortw\u00e4hrende Auseinandersetzung begeben wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selten wird ber\u00fccksichtigt, dass es eine lange Schwarze Geschichte in Deutschland gibt und diese ebenso Teil der Geschichte des Landes ist, die beispielsweise in der geringen Auseinandersetzung mit dem Deutschen Kolonialismus ausgeblendet wird. Es sind keine neuen K\u00e4mpfe, denn viele Initiativen und Organisationen von bzw. f\u00fcr Schwarze Menschen im deutschsprachigen Raum setzen sich seit Jahrzehnten f\u00fcr ihre Rechte ein. \u201cEs sollte nicht Aufgabe von Minderheiten sein\u201d, sagte Gr\u00fcnen-Politikerin und Vizepr\u00e4sidentin des Schleswig-Holsteinischen Langtages Aminata Tour\u00e9 nach dem Mord an George Floyd, denn es ist eine gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit Rassismus, insbesondere Anti-Schwarzer-Rassismus, erforderlich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hierf\u00fcr ist es notwendig, sich seiner Privilegien bewusst zu werden und internalisierte Denkstrukturen zu erkennen, rassistische Muster zu brechen und sich als Ally (zu dt. Verb\u00fcndete*r) mit marginalisierten sowie diskriminierten Gruppen zu solidarisieren. Der erste Schritt sollte sein, von Rassismus betroffenen Menschen zuzuh\u00f6ren und ihnen zu glauben. Rassismus betroffenen Menschen wird oft ihre Erfahrung abgesprochen oder ihre Erlebnisse werden verharmlost, dabei sollte jede nicht von Rassismus betroffene Person reflektieren, aus welcher Position sie betrachtet und bewertet. In diesem Diskurs gilt es zu beachten, dass auch in Communities of Color Anti-Schwarzer-Rassismus existiert und Diskriminierung wegen unterschiedlicher Hautt\u00f6nen (Stichwort \u201cColorism\u201d) bei lightskinned BIPoC anders ist. Durch wei\u00dfe Privilegien k\u00f6nnen Menschen, die nicht von Rassismus betroffen sind, nicht begreifen wie es ist, tagt\u00e4glich Mikroaggressionen ausgesetzt zu sein. Denn f\u00fcr Wei\u00dfe scheint die Auseinandersetzung mit rassistischen Stereotypen nicht n\u00f6tig, da das Wei\u00dfsein als Norm gilt. Viele meinen, alle Menschen ohne Unterschied zu betrachten und Hautfarben nicht im Zusammenleben nicht wahrzunehmen &#8211; Aussagen aus einer privilegierten Position.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es reicht nicht aus, auf Instagram einmalig einen schwarzen Kasten zum #blackouttuesday als symbolisches Zeichen gegen Anti-Schwarzen Rassismus zu posten, weil es eine kontinuierliche Frage ist, mit der Schwarze Menschen st\u00e4ndig konfrontiert werden. Daher ist der Ausdruck \u201eAll Lives Matter\u201c problematisch, denn Schwarze Menschen sind verst\u00e4rkt Gewalt ausgesetzt, weshalb Differenzierungen wichtig sind. Das f\u00e4ngt bei kultureller Aneignung an und zeigt sich weiterhin bei der Verwendung des N-Wortes, deren Reproduktion gewaltvoll bleibt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">B\u00fccher von BIPoC Autor*innen zu lesen, Schwarzen Journalist*innen, Aktivist*innen und Politiker*innen in sozialen Medien zu folgen oder Petitionen zu unterschreiben, zu demonstrieren und zu spenden, sind der mindeste Support, der von nicht Betroffenen geleistet werden sollte. Intersektionalit\u00e4t ist in der Rassismuskritik grundlegend, um sich f\u00fcr komplexe Zusammenh\u00e4nge und Erfahrungen ann\u00e4hernd zu sensibilisieren. <em>Black Lives Matter<\/em> wurde von drei queeren Schwarzen Frauen ins Leben gerufen (Quelle: BIPoC LGBTIQ* Organisation Gladt e.V.), die nach dem Tod von Trayvon Martin, der durch Racial Profiling 2012 starb, die Bewegung starteten. Rassismen tauchen nicht pl\u00f6tzlich auf, sie sind nicht nur an einem Ort feststellbar, sondern in gesellschaftlichen Strukturen, in globalen Machtverh\u00e4ltnissen und im kapitalistischen System verstrickt und nein, daher kann es keinen Rassismus gegen wei\u00dfe Menschen geben. Um mit der anti-rassistischen Arbeit zu beginnen, ist es bedeutend, einen Schritt zur\u00fcck zu treten und insbesondere Schwarzen Menschen und People of Color zuzuh\u00f6ren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Im Folgenden ein paar Folge-Empfehlungen zum H\u00f6ren<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Realit\u00e4ter*innen PODCAST<\/strong><br><span style=\"color:#c08b6e\" class=\"has-inline-color\">Einzelfolge: <em>#BlackLivesMatter Special &#8211; Warum die Schwarze Community endlich geh\u00f6rt werden muss<\/em> (EP 10, 04.06.2020)<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Afropod &#8211; Kompromisslos Schwarz PODCAST<\/strong><br><span style=\"color:#c08b6e\" class=\"has-inline-color\">Einzelfolge:<em> Anti-Schwarzer Rassismus?! <\/em>(EP 2, 21.08.2019)<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>BBQ &#8211; Black Brown Queere PODCAST<\/strong><br><span style=\"color:#c08b6e\" class=\"has-inline-color\">Einzelfolge: <em>Meine Hautfarbe &#8211; Dein Fetisch<\/em> (EP 4, 11.06.2020)<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Tupodcast PODCAST<\/strong><br><span style=\"color:#c08b6e\" class=\"has-inline-color\">Einzelfolge: <em>Gespr\u00e4ch mit Aminata Belli <\/em>(EP 10, 07.04.2020)<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Black &amp; Breakfast PODCAST<\/strong><br><span style=\"color:#c08b6e\" class=\"has-inline-color\">Einzelfolge: <em>Blackfishing <\/em>(EP 5, 10.01.2019)<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>COSMO Machiavelli &#8211; Rap und Politik PODCAST<\/strong><br><span style=\"color:#c08b6e\" class=\"has-inline-color\">Einzelfolge: <em>Black Her- &amp; His-Story <\/em>(EP 43, 26.02.2020)<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><span class=\"has-inline-color has-very-dark-gray-color\">Ein Gastbeitrag von Sarah Mohsenyan.<\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Video, das von einer durch die Situation traumatisierten Schwarzen jungen Frau am 25.Mai 2020 in Minneapolis gefilmt wurde, zeigt einen Schwarzen Mann, dessen Nacken von dem Knie eines US-amerikanischen wei\u00dfen Polizisten auf die Stra\u00dfe gedr\u00fcckt wird. 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